Nach einer völlig verschlafenen ersten Halbzeit wachten die Bezirklsliga-Fußballer des TSV Rottendorf nach Wiederanpfiff auf und entführten nach einem kampfbetonten Spiel drei Punkte aus dem Spessart, ein Erfolg, der in den vergangenen Spielzeiten nur äußerst selten gelang.

Mit Selbstvertrauen, aber auch mit einer gehörigen Portion Respekt gingen die bisher so erfolgreichen Fußballer des TSV Rottendorf in die schwierige Auswärtspartie gegen des TuS Frammersbach, da man in den letzten Jahren oft mit leeren Händen nach Hause gefahren war und die Gastgeber mit Patrick Amrhein einen Spielertrainer auf das Feld schicken konnten, der bereits neun Treffer erzielt hatte und auf eine Zweit- und Drittliga-Karriere bei renommierten Vereinen wie Carl-Zeiss Jena und Eintracht Braunschweig zurückblicken kann. Überraschend fand das Match, trotz der widrigen äußeren Bedingungen, auf dem Rasenplatz statt, was vielen Akteuren einige Schwierigkeiten bereitete.

Der TuS presste die Lang-Elf schon am Rottendorfer Strafraum an und zwang Keeper Peter Trappschuh immer wieder zu langen Bällen, die häufig beute der kopfballstarken Gastgeber wurden. In der 5. Minute jedoch kombinierte sich der TSV zum ersten Mal auf der rechten Seite in den Frammersbacher Sechzehner, von wo Martin Hesselbach aber knapp verzog. Die nächsten zwanzig Minuten gehörten aber der Amrhein-Elf, die immer wieder über Letztgenannten gefährliche Angriffe einleitete und die meisten Zweikämpfe im Mittelfeld gewann. Vor allem der ehemalige Profi war kaum vom Ball zu trennen und setzte seine 94 kg clever, aber auch mit toller Technik ein. So scheiterte Amrhein in der 8. Minute mit einem Abschluss aus zehn Metern am linken Rottendorfer Pfosten und auch der Nachschuss fand in Trappschuh seinen Meister. Eine Viertelstunde später zischte ein Kopfball nur knapp am Gehäuse des TSV vorbei, von dem in dieser Phase nur wenig zu sehen war. In der 37. Minute führte aber dann ein unnötiger Ballverlust von Moritz Schubert vor dem eigenen Strafraum zur verdienten Führung des TuS. Der Ball gelangte zu Amrhein, der diesen mit einem sehenswerten Hammer aus 20 Metern in den linken oberen Winkel beförderte. Die Spessart-Kicker setzten nach und hätten beinahe den Vorsprung noch vor dem Pausenpfiff erhöht, scheiterten aber entweder an Trappschuh oder verfehlten nur knapp.

Der zweite Abschnitt jedoch begann wie nach Maß für den TSV. Der für den am Oberschenkel angeschlagenen Kapitän Nico Schubert eingewechselte Simon Wengeler demonstrierte sofort, dass Coach Lang sich in dieser Saison auf seine Bank verlassen kann. In der 48. Minute schickte Hesselbach auf dem rechten Flügel Robin Busch steil, welcher seinen Gegenspieler stehen ließ und von der Torauslinie den Ball auf den nachgerückten Wengeler zurücklegte. Dieser hatte keine Mühe die Kugel aus sieben Metern zu versenken. Rottendorf war nun auf einmal die spielbestimmende Mannschaft und drängte auf die Führung. Der emsige und in vielen Zweikämpfen nicklige Julian Wolff scheiterte kurz danach noch mit einem 30-Meter-Schuss, doch schon wenige Zeit später hatte der TSV das Match gedreht. Wieder war die rechte Seite der Ausgangspunkt. Julian Weber schlug einen scharfen Ball flach vor das Frammersbacher Tor, wo dieser auf dem glitschigen Rasen an Freund und Feind Richtung langer Pfosten zischte. Dort lauerte Jannik Fischer, der sich mit vollem körperlichen Einsatz dem Spielgerät entgegen warf und das Leder aus wenigen Metern über die Linie drückte (57.). Die Heimelf zeigte sich in der Folgezeit sichtlich geschockt und versuchte es immer wieder mit langen Bällen auf Amrhein, der aber von den Innenverteidigern Marcel Stühler und Paul Lücke meist gestoppt wurde und zudem mit dem kopfballstarken Wengeler einen ebenbürtigen Gegner im Luftkampf hatte. Nur noch zweimal wurde es für den neuen Tabellenzweiten brenzlig. In der 85. Minute klatschte ein Kracher von halblinks an die Rottendorfer Latte und in der Nachspielzeit demonstrierte Trappschuh noch einmal seine Flugkünste, als er einen Schuss von der Strafraumgrenze aus dem Eck fischte. So war der Sieg, vor allem aufgrund der starken zweiten Halbzeit vielleicht etwas glücklich, aber sicherlich nicht unverdient. Erfreulich war auch, dass mit Thomas Melber ein Leistungsträger der vergangenen Saison nach fast einjähriger Verletzungspause zu seinem ersten Bezirksligaeinsatz kam.

Am kommenden Sonntag empfängt der TSV den Landesligaabsteiger aus Erlenbach am Main, der zwar nach vielen Abgängen mit nur einem Zähler das Tabellenende ziert, jedoch meist nur knappe Niederlagen einsteckte.

 

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