Der verdutzte Leser fragt sich vielleicht, ob die AH-Fußballer des TSV jetzt schon, wie die großen europäischen Vereine, die Kleinsten an den Leistungssport heranführen, doch –auch wenn dieser Gedanke gar nicht so abwegig ist- gibt es hier einige kleine Unterschiede zu klären.

 

Eine AH-Krabbelgruppe besteht aus Spielern unter 35, als Schüler kann man die Kicker bis 40 bezeichnen, Jugendspieler sind noch unter 50 und erst wenn man das halbe Jahrhundert erreicht hat ist man wirklich ein „Alter Herr“. J

So trafen sich nun am vergangenen Freitag die AH des TSV Rottendorf und des TSV Wiesentheid zu ihrem traditionellen Spiel am Marienheim. Erstaunte Gesichter waren beim Gegner zu erkennen als diese unsere „Kleinen“ fröhlich auf dem Platz herumspringen und sich aufwärmen sahen. Und schon kurz nach Anpfiff war zu sehen, dass der AH-Nachwuchs sich schon an das für sie anfangs ungewohnte Tempo angepasst hatte, sie aber meistens immer noch zu schnell für den Gegner waren. Auch technisch und taktisch sahen die zahlreichen Zuschauer ein erstaunliches Niveau von Spielern wie Harry Dürr, Marco Amrehn, Marcel Hartung und Peter Gold, die man getrost als „frühreif“ für die Alten Herren bezeichnen kann. Letzterer verblüfft immer wieder durch seine Offensivqualitäten, die jahrelang im Verborgenen geschlummert hatten und erst jetzt durch die AH wachgeküsst wurden. Doch auch noch vor kurzem oder nicht so langer Zeit in der Aktivität spielende Kicker wie Stefan Väth, Bertl Wittstadt und Stephan Krug überzeugten spielerisch und vor allem läuferisch.

Langjährige Fans der AH waren deshalb nicht erstaunt, dass es nur Bernie Rützel als Vertreter der “Alten Herren“ (sh. Definition oben) in dieses Dreamteam geschafft hatte. Der Rest war nach einem gnadenlosen Auswahlverfahren im Training auf der Strecke geblieben. Einer schlich sich wenigstens noch – als Schiri getarnt – auf den Platz …

Nicht überraschend sahen sich die sicherlich nicht schlechten Gäste (denen man sogar noch mit 3 ausgeliehenen Spielern unter die Arme griff) permanent in die Defensive gedrängt und es schien nur eine Frage der Zeit wann man den Führungstreffer erzielen würde, doch je näher wir dem gegnerischen Strafraum kamen, desto enger und komplizierter wurde unser Spiel und so mussten sich die Rottendorfer mit einem doch eher enttäuschenden 0:0 in die Pause verabschieden.

Auch in der 2. Hälfte änderte sich das Bild nicht. Der TSV Rottendorf bestimmte weiterhin das Match, jedoch gelangen den Gästen einige gefährliche Vorstöße, die aber meist sichere Beute des aufmerksamen Keepers Michael Leikam wurden, oder von Marco Amrehm mit einer für AH ungewohnten Dynamik geklärt wurden. Dieser überraschte alle Anwesenden mit einer Monstergrätsche am Mittelkreis, einer Bewegung, die in dieser Altersklasse im Allgemeinen vermieden wird, da man ja danach wieder aufstehen muss.

In der 65. Minute belohnte sich unsere Truppe nun endlich mit der Führung, nachdem Timo Katzenberger nach herrlichem Zuspiel durch eine Schnittstelle der bis dahin sehr stabilen Abwehr des Gegners mit einem trockenen Schuss ins lange Eck das 1:0 erzielte. Zehn Minuten später erhöhte Bernie mit einem technisch schwierigen Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:0, ein deutliches Zeichen, dass die „Alten“ noch leben und um Einsatzzeit kämpfen werden.

Alles in allem war es ein hochverdienter Sieg, nach erfolgreicher Integration unserer Bambinis (auch der TSV Rottendorf schreibt sich Inklusion auf seine Fahnen!) bereits der Dritte in Folge, eine Serie, die letztmals im vergangenen Jahrtausend von den AH aufgestellt wurde.

So sah man nach dem Abpfiff allenthalben strahlende Gesichter, nur unser Michel schaute vielleicht etwas enttäuscht, war er es doch bisher gewohnt eine bisweilen 200-jährige Viererkette vor sich zu haben, die es ihm immer wieder ermöglichte sein Können auch zu zeigen.

Eine weitere erfreuliche Entwicklung bei den AH ist auch die Tatsache, dass unseren kleinen Racker nach Trainings- oder Spielende sich noch an der anschließenden Taktikschulung beteiligen – vielleicht auch wegen der elektrolytischen Getränke -, jedoch spürt man zumindest noch kleine Berührungsängste, was jedoch vollkommen nachvollziehbar ist, sitzt man jetzt doch mit seinen ehemaligen Idolen zusammen, die schon seit vielen Jahren in der AH-Mannschaft spielen durften. Ein Blickfang sind auch die zahlreichen jungen, weiblichen Fans, die nun unsere Spiele verfolgen. Es könnten Bekannte unseres Nachwuchses sein, wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich die Attraktivität des Rottendorfer AH-Fußballs bis in diese Zielgruppe herumgesprochen hat. J

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