Urlaubsbedingt kamen wir am heutigen Spieltag ausgerechnet bei der erfahrungsgemäß starken FSG Wiesentheid lediglich auf 10 Spieler. Aber: Absagen ist keine echte Alternative – lieber alles geben und in Würde verlieren. Außerdem sind für uns Abwehrschlachten in Wiesentheid nichts Neues.

Überraschenderweise standen zu Spielbeginn bei unserem Gastgeber auch nur 10 Mann auf dem Platz, nach ca. 10 Minuten ergänzten sie sich und im Laufe der Begegnung kamen noch ein paar Wechselspieler dazu. Doch in den ersten Minuten nutzten wir den sich bietenden Raum geschickter, hatten unverhofft die größeren Spielanteile und kamen so auch zu einigen guten Chancen. Neu war auch unsere Aufstellung: Nur eine Spitze (Alex), dahinter einen offensiven Mittelfeldspieler (Bastian), dann das Bollwerk mit 4 „Sechsern“ (Bernhard E., Bernhard R., Pschik und Reinhard), wovon mindestens einer immer in der Abwehrreihe (Gerald, Harald D. und Knolle) aushalf, und zu guter Letzt unser – wie immer souveräner - Keeper Michael.

Scheiterte Bernhard E. vorher noch am guten Torwart des Gegners, schaltete bei einem weiteren Freistoß aus der Distanz Bastian Kaiser am schnellsten und staubte zur nicht unverdienten Führung ab. Ab diesem Zeitpunkt waren die Rollen festgelegt - Wiesentheid stürmte, befand sich überwiegend in unserer Hälfte und wir bauten ein Abwehr-Bollwerk auf, verkauften unsere Haut so teuer als nur möglich und hofften auf Kontermöglichkeiten. Um es vorweg zu nehmen: Dies sollte eines der taktisch besten und diszipliniertesten Spiele werden, das ich bei den AH des TSV erlebt habe. Aber eins nach dem anderen: Die Hitze und der fehlende Mann machten sich langsam aber sicher immer deutlicher bemerkbar und Wiesentheid hielt den Druck konstant hoch. Trotzdem gingen wir mit dieser knappen 0:1 Führung in die lang ersehnte Halbzeit.

Eine kurze Analyse ergab, dass wir weiterhin die Bälle konzentriert in den Mann spielen müssen, nicht zu sehr aufmachen dürfen, einfach unter Ausnutzung der freien Räume weiterspielen sollten und Alex, als offensiven „Alleinunterhalter“ immer wieder auf Reisen schicken werden, in der Hoffnung dass er in Bastian und einen der Sechser Unterstützung findet. Gesagt, getan. Die FSG´ler gingen gleich forsch voran, ohne allzu viel auf ihre Defensive acht zu geben, während wir eiskalt konterten. Ein langer Ball auf Alex, der zieht zunächst die verbleibenden zwei Abwehrspieler auf sich, sieht dann den mitgeeilten Bastian, der wiederum fackelt nicht lange und netzte erneut zur dann doch für alle etwas überraschenden 0:2 Führung ein!

So ging das Spiel im Prinzip bis zum Abpfiff weiter, doch zunächst zollten wir der Tatsache Tribut, dass Wiesentheid sich immer besser auf unser Catenaccio einstellte und mit einer schönen Kombination auf 1:2 verkürzte. Nur dem aufopferungsvollen Kampf unserer 8-köpfigen Hintermannschaft, unserem glänzend parierenden Torhüter und unserem Einmannsturm, immer wieder vom unermüdlich rackernden Pschik unterstützt, ist es zu verdanken, dass wir in dieser Spielphase nicht ins Hintertreffen gerieten. Im Gegenteil: wir hatten noch einen Pfostentreffer nach einem Freistoß von Bernhard E. und einige Möglichkeiten zu verzeichnen, als Alex es alleine mit der gesamten Abwehr aufnahm.

So war es bei diesem etwas kuriosem Spiel auch nicht wirklich verwunderlich, dass wir sogar auf 1:3 erhöhen konnten: Ein Befreiungsschlag unsererseits landete etwas im Rücken der gegnerischen Abwehrreihe, Alex setzt sofort nach, der unter Druck stehende Verteidiger spielt einen vor lauter Hektik etwas zu hoch angesetzten Rückpass auf seinen Torwart, der letztendlich nur noch die Chance hat, den Ball mit den Händen zu fangen, um ein Eigentor zu verhindern. Der Schiri entschied regelgerecht auf indirekten Freistoß. Torentfernung: ca. 8 Meter; halbrechte Position: klarer Fall für Bernhard E. – alle Wiesentheider auf der Torlinie – Bernhard R. kurz zurückgelegt auf Bernhard E. – Kupfe – Tor!

Für die verbleibenden Minuten verteidigten wir noch intensiver, als selbst eine italienische Mannschaft in den Siebzigern dazu in der Lage gewesen wäre und schaukelten so das vorher nicht für möglich gehaltene Ergebnis über die Zeit!

Fazit: Wiesentheid scheint uns irgendwie zu liegen. Jungs, danke für das tolle Spiel!

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