Nein, das bezieht sich in erster Linie nicht auf das Spiel, sondern auf diesen Bericht. Krankheitsbedingt, wegen zahlreicher anderer Termine und zuletzt wegen langwierigen Internetproblemen konnte ich ihn nicht früher online stellen. Ich bitte den geneigten Leser, dies zu entschuldigen!

Auch vor dem Match gegen die FSG Wiesentheid sah es fast so aus, als bekämen wir keine komplette Mannschaft zusammen. Es hatten zwar nahezu alle potenziellen Spieler zu-, bzw. abgesagt, aber in der Mehrzahl halt „ab-„ und nicht „zu-„, was mein Problem nicht minderte. Fest dazu entschlossen nicht wieder abzusagen, ging ich am Donnerstagabend beim Fachpublikum des U19-Pokalspiels hausieren, sogar beim Abteilungsleiter Fußball und dem TSV-Chefelektriker, bekam aber nur Absagen („ ... so viel Tape könnt ihr gar nicht heranschaffen, dass es für mich reicht...“ u.ä.). Der Cheftrainer der Aktiven (und prominenter Neuzugang der AH) wollte einen der nächsten Gegner beobachten, Paul L. bekam von jenem keine Spielerlaubnis, der nächste kann aufgrund eines Hüftschadens nicht, und so weiter und sofort....

Also doch nur 9 Mann und eine Fast-Zusage.

Doch manchmal gibt´s der Herr den Seinen im Schlaf, oder so ähnlich: Am nächsten Morgen fand ich eine Nachricht vom ehemaligen Chef- u. Erfolgstrainer des TSV, Marco A., auf meinem Mobiltelefon; als hätte er es geahnt, bot er sich nach der Lektüre meines letzten Spielberichts an, bei den AH auszuhelfen, sollte mal wieder Not am Mann sein. Es wäre ihm eine Ehre, das Wappen des TSV 1869 zu tragen und am liebsten wäre ihm, wenn der aktuelle Trainer und dessen Betreuer mit von der Partie wären....

Ich glaube nicht, dass er mit einer sofortigen Nominierung gerechnet hatte, aber nach erfolgter Abklärung mit seiner besseren Hälfte und einigen Telefonaten stand es am Freitagabend fest, dass er auflaufen würde. Und nicht nur das! Er machte Manu und Hoss klar, dass dies ein „absolutes Muss“ ist. Hoss bestätigte dies später telefonisch und somit konnten wir mit 13 Spielern nach Wiesentheid fahren.

Warum schreibe ich hierüber so ausführlich? Zum einen, weil ich es toll finde, dass es für anerkannt gute Fußballer eine Ehre ist, bei den Alten Herren aufzulaufen und zum anderen, um dem einen oder anderen etwas betagteren Fußballer, insbesondere bei der 2. Mannschaft, einen Denkanstoß zu geben, dass es vielleicht doch ganz reizvoll sein könnte, seine Karriere bei den „Alten Herren“ (Ich weiß: das hört sich so furchtbar an, da muss man erst mal für sich selbst mit klarkommen.. ;-)) fortzusetzen. Und glaubt mir: Je mehr „gelernte“ Fußballer am Start sind, umso mehr Spaß macht es!

In Wiesentheid begann der TSV mit Hoss und Marco in der Innenverteidigung und Manu im zentralen Mittelfeld. Der Gastgeber, der ebenfalls mit einer starken Truppe aufgelaufen war, nahm zunächst das Spiel in die Hand, blieb aber immer wieder in der gut gestaffelten Defensive des TSV hängen. Uns selbst gelang es auch nur selten einen entscheidenden Vorstoß zu machen, sodass sich ein sehr gepflegtes, sehr geordnetes und übrigens auch sehr faires Fußballspiel (1 einziges Foulspiel in der ersten Hälfte) entwickelte, das allerdings überwiegend im Mittelfeld stattfand. Im Laufe des Spiels ergaben sich dann doch einige wenige Chancen auf beiden Seiten, mit leichtem Vorteil beim Gastgeber, die aber wegen der guten Torwart-Leistungen auf beiden Seiten nicht zum gewünschten Erfolg führten.

Der Nachteil, zunächst gegen die sehr tief stehende Sonne spielen zu müssen, erwies sich Mitte der ersten Halbzeit tatsächlich als ein solcher, als ein hoch über unsere Abwehrreihe geschlagener Ball nicht richtig eingeschätzt wurde und sich in unseren Strafraum senkte. Der Mittelstürmer der FSG schaltete am schnellsten und konnte Michael Leikam im Tor des TSV aus kurzer Distanz überwinden. Das konnten wir nicht so stehen lassen - nun begann unsere stärkste Phase des Spiels: Wir ließen Ball und Gegner laufen und setzten die Wiesentheider zunehmend unter Druck, konnten diese Überlegenheit aber leider nicht in Tore ummünzen.

So ging es mit diesem knappen 0:1 – Rückstand in die Pause.

Nach dem Wechsel hatten wir uns vorgenommen, etwas höher zu stehen und bei passender Gelegenheit vorne zu pressen, was uns ein paar mal sogar bestens gelang. Der Gegner war irritiert und wir bekamen Ballbesitz. So war es nicht verwunderlich, dass wir in den ersten 10 Minuten nach dem Wechsel in kurzem Abstand gleich 2 Tore erzielten – genau nach dem gleichen Schema: Weite Flanke von rechts über die Abwehr in den Sechzehner (erst war’s ein Freistoß, dann auch aus dem Spiel heraus) dort war stets Harald Mott zur Stelle, der in bester Stürmermanier eiskalt abschloss.

Hätte der Schiedsrichter ein Einsehen gehabt und jetzt nach 60 Minuten abgepfiffen, wäre dies eine tolle Story geworden und wir wären als Sieger nach Hause gefahren.

Doch es kam anders: Begünstigt durch den rapiden konditionellen Leistungsabfall aufgrund der laufintensiven Spielweise unsererseits und der dadurch entstandenen Unordnung, zeigten uns die Wiesentheider in den verbleibenden 30 Minuten, dass sie richtig guten Fußball spielen können. Sie nutzten unsere Schwäche auf der linken Seite zweimal kurz hintereinander auf die gleiche Weise aus, indem sie ihren schnellen Stürmer mit einem langen Ball durch die Schnittstelle lang schickten. Einmal flog der Ball über unseren Torwart hinweg ins Tor, das zweite Mal landete er im langen Eck. Schon war der alte Abstand wieder hergestellt. Das nächste Tor war ein Sahnestück: Die Wiesentheider kombinierten sich traumhaft durch unser Mittelfeld und unsere Abwehr hindurch und schlossen genau so sicher zum 4:2 ab.

Ziemlich ernüchtert darüber, dass wir es nicht nur nicht schafften unsere Führung auszubauen, sondern so schnell mit 2 Toren im Rückstand lagen, waren wir uns nicht ganz im Klaren, ob wir im Sinne einer Ergebniskorrektur weiter angreifen, oder, um Schlimmeres zu verhindern, uns defensiv wieder besser organisieren sollten. Mitten in diese Überlegung hinein „passierte“ der nächste Gegentreffer: Nach einem krassen Fehlpass aus unserer Abwehrzentrale beim Spielaufbau ließen sich die Wiesentheider nicht bitten und netzten humorlos zum 5:2 – Endstand ein.

Aus meiner Sicht fiel das Ergebnis sicher um 1-2 Tore zu hoch aus, dennoch war es ein ansehnliches Altherren-Spiel, auf dessen ersten 60 Minuten wir sicher aufbauen können.

Die ersten diesbezüglichen Schritte wurden ja bei der anschließenden Brotzeit schon getätigt! ;-)

Ich bedanke mich bei den eingesetzten Spielern für ihr Engagement und wünsche gute und schnelle Erholung für alle, die es nötig haben!

 

An dieser Stelle noch zwei Original-Zitate nach dem Spiel:

Sag mal, Hoss, wie viele Zigaretten muss man denn am Tag rauchen, damit man so fit bleibt wie du?“ (Andy S.) und „Auch wenn ich zutiefst erschüttert über meinen körperlichen Zustand bin, hat es unendlich Spaß gemacht wieder mal zu kicken!“ (Marco A.)

 

Kader:

Michal Leikam, Harald Mott, Bernhard Röhrig, Alexander Vorndran, Reinhard Rumpel, Armin Büchs, Bernhard Rützel, Andreas Schubert, Uwe Henning, Marco Amrehn, Manuel Gröschl, Hans-Peter Habelt, Roland Sattler

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